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Die Gärten sind für Besucher von morgens bis 19:00 geöffnet.

Zu denselben Zeiten sind auch Amphitheater, Sybille-Tempel, Ägyptischer Tempel, Gewässer und sonstige Pavillons sowie die in den Gärten stehenden Skulpturen zu sehen.

 

Der König Stanislaus August

Stanisław Antoni Poniatowski (geboren am 17. Januar 1732, gestorben am 12. Februar 1798 ), der letzte König der Republik (Rzeczpospolita) Beider Nationen Polen und Litauen, bleibt in den Augen der Historiker immer noch eine umstrittene Gestalt – sicherlich interessant, letztendlich aber tragisch. Als er zum Staatsoberhaupt wurde, stand das Land am Rande des Untergangs. Sowohl die externe als auch die interne Lage sahen extrem schlecht aus. Nicht nur war Polen von feindseligen Nachbarn: Russland, Preußen und Österreich umgeben, auch mächtigen Magnaten und einem Teil vom inländischen Adel musste der König seit Anfang seiner Herrschaft (1764 ) Widerstand leisten.

StanislawAugust.jpgDabei war Stanislaus August ein äußert gebildeter Mann. In seiner Jugend reiste er viel durch Westeuropa. Besonders beeindruckt hat ihn Großbritannien (1753 ) mit seinem zuverlässigen und modernen parlamentarischen System. Noch von größerer Bedeutung für die Zukunft erwies sich jedoch sein Aufenthalt in Petersburg, wo er 1755 als Sekretär des britischen Botschafters Charles Hanbury Williams – späteren Botschafter auf dem Warschauer Hof - kam. In Petersburg lernte er die deutsche Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst , künftige Zarin von Russland Katharina II., kennen und ließ sich mit ihr auf eine folgenreiche Affäre ein. Seitdem hatte die russische Herrscherin nicht nur das Schicksal von Stanislaus August selbst, sondern auch das von ganz Polen im Griff, bis es zur dritten Teilung Polens 1795 kam und das Land von den politischen Landkarten Europas verschwand.

Katharina II. sah in Stanislaus August einen treuen Ausführer ihrer polnischen Pläne.

Am 7. September 1764 wurde Stanislaus August durch polnischen Reichstag (Sejm) zum polnischen König gewählt. Es geschah am Namenstag der Zarin, dem 25. November, in Stiftskirche St. Johannes in Warschau. Der junge Monarch, dem die Sanierung Polens wirklich am Herzen lag, zögerte nicht mit der Einführung von Reformen. Er hatte recht ehrgeizige Pläne und gute Vorsätze, aber auch einen naiven Glauben in gute Absichten von Katharina II.

Am 15. März 1765 rief er ins Leben die Ritterschule – eine elitäre Militärhochschule, die zur Schmiede von künftigen Hauptbeamten wurde. Die hat er auch großzügig und dazu noch auf eigene Kosten ausgestattet. Sogar seinen Casimir-Palast hat er der Schule geschenkt. Noch im denselben Jahr bestellte er Kommissionen Guter Ordnung , die für bessere Verwaltung der Städte und Regelung der Eigentumsangelegenheiten sorgen sollten. Außerdem startete er die Währungsreform und 1766 führte zur Eröffnung von Staatlichen Münze. Große Verdienste erzielte er auch im Bereich Bildung, da er 1773 die Kommission für die nationale Bildung – das erste Bildungsministeriums in Europa - gründete.

Konstytucja 3 MajaSeine größte Errungenschaft war aber ein anderes Vorhaben und zwar die am 3. Mai 1791verabschiedete Verfassung – zweite in der Welt (nach der amerikanischen) und erste in Europa. Die Verfassung, an deren Vorbereitung der König persönlich beteiligt war, machte Rzeczpospolita zur konstitutionellen Monarchie. Dass Stanislaus August nach einem modernen und starken Polen strebte, war Russland, das dort einen Vasallenstaat etablieren wollte, jedoch ein Dorn im Auge. So kam es zu dem polnisch-russischen Krieg. Auf Widerstand stoßen die Reformen, die dem König u.a. zur größeren Selbständigkeit helfen sollten, auch im Inland, insbesondere bei den mächtigen Magnaten-Familien, vor allem Czartoryscy (sogenannte Familia). All diese Spannungen wurden sehr schlau vom Gesandten Katharinas, dem Fürsten Nikolai Repnin, ausgenutzt. Der konnte königliche Gegner perfekt manipulieren, so dass es den russischen Interessen zugutekam. Dementsprechend waren politische Unruhen, Erosion und Zerfall des Staates nicht mehr anzuhalten. Von besonderer Bedeutung erwiesen sich dabei folgende Geschehnisse: Konföderation von Bar (1768), erste Teilung Polens (1772), Konföderation von Targowica (1792) und deren Folge – polnisch-russischer Krieg (1792) dann zweite Teilung Polens, Erhebung unter Führung von Tadeusz Kościuszko (1794) als Versuch für Unabhängigkeit Polens zu kämpfen und die endgültige Niederlage, die mit der dritten Teilung Polens kam (1795). Damit nahm die Herrschaft von Stanislaus August ihr Ende. Der König begab sich nach Grodno, wo er am 25. November 1795 nach 31 Jahren Herrschaft abdanken musste. Er starb dann in Petersburg am 12. Februar 1798.

Spätere Generationen sahen in ihm öfters einen aufgeklärten Kultur- und Kunstmäzen. Sehr gerne umgab er sich nämlich mit Literaten, Künstlern und Wissenschaftlern, für die er übrigens die berühmten “Donnerstag-Mittagessen” in seinem Sommerpalais in Łazienki-Park veranstaltete. Ihm ist auch das Nationale Theater in Warschau unter Leitung von Wojciech Bogusławski zu verdanken.

Der für Vorliebe für Architektur und Kunst bekannte König widmete sich der Umgestaltung seiner Sommerresidenz - der als Łazienki Królewskie bezeichneten Palast- und Gartenanlage. Im Endeffekt entstand ein einzigartiges Ensemble, das weitgehend dem einst vorherrschenden Neoklassizismus entsprach.


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